Mo

15

Okt

2012

6 Marketing-Lektionen, die wir nach Red Bull Stratos nicht mehr ignorieren können

Red Bull Spacejump Felix Baumgartner Lego

Weltweite Publicity um Millionen? So geht's auch mit 1200 Euro!

 

„Red Bull Stratos hat gestern das Marketing neu definiert. Das wird in den Lehrbüchern landen.“ Diese Worte habe ich heute vormittag getwittert. Verbunden mit ein paar „klaren Worten an alle Motzer & Meckerer, die den #spacejump mit der ‚PR Gag‘-Masche verniedlichen: Ihr seid offensichtlich blind für Leistungen, die Maßstäbe verändern - im Persönlichen, Technischen, in der Kommunikation.“

Mittlerweile werden die Lehrbücher tatsächlich umgeschrieben. So hat Tnooz soeben im Blogbeitrag „Six marketing lessons from Red Bull and the man who fell to Earth“ die wichtigsten Lektionen (nicht nur) fürs Tourismusmarketing auf den Punkt gebracht.

 

Sechs Marketing-Lektionen, die wir – so meine ich – nach Red Bull Stratos nicht mehr ignorieren können:

  1. Entwickeln Sie eine Geschichte für Ihre Marke: Die Kreation eigenen Contents ist zur absoluten Priorität geworden, resümiert Tnooz.

  2. Holen Sie sich die Besten: Red Bull's digitaler Marketingdirektor hat sich mit Innovationen auf der Reise-Website der Los Angeles Times einen Namen gemacht.

  3. Kommunizieren Sie an den Mainstream-Medien vorbei direkt mit den Konsumenten: Red Bull hat eigene Kommunikationskanäle entwickelt, durch die es nicht mehr auf den Kauf von Mediaspace angewiesen ist.  

  4. Stellen Sie Ihren Content den klassischen Medien frei zur Verfügung. Die weltweit führenden TV-Kanäle und Online-Medien griffen diese Geschichte über den Triumph des menschlichen Geistes gerne auf und produzierten so unbezahlbare Publicity für Red Bull.

  5. Entwickeln Sie einen Aktionsplan bevor, während und nach dem Event.

  6. Achten Sie auch auf die kleinsten Details. Ein peinlicher Tippfehler in Red Bulls Facebook-Posting machte sofort die Runde …

     

    Ich würde – zusätzlich zu den von Tnooz skizzierten Lektionen, noch zwei weitere hinzufügen:

     

  7. Entwickeln Sie eine Geschichte, die Emotionen hervorruft und zum Teilen animiert. Die #spacejump Dimensionen sind sicher nicht skalierbar. Aber Themen, über die Menschen sich unterhalten, werden Sie für jede Marke finden.

  8. Erkennen und nützen Sie das Potenzial fremder Geschichten, um für Ihre eigene Marke virale Verbreitung zu finden.

LEGO Stratos Jump - der 1200 Euro Marketing-Coup der Modellbaumesse Wien

Zur letzten Lektion eine großartige Umsetzung: Wie zu erwarten, verbreiteten sich nach Baumgartners Sprung in kürzester Zeit Hunderte von Memes. Ein echter Geniestreich war allerdings die spontane Aktion der Werbeagentur Ogilvy für die Modellbaumesse Wien: Auf einem Rübenparkplatz in Moosbrunn wurde der #spacejump im Maßstab 1:350 nur mit LEGO-Modellen nachgebaut.

 

Die Nacht- und Nebelaktion, die insgesamt 1200 Euro kostete, sorgte für weltweites Medienecho: Ein Beitrag im weltweit führenden Social Media Blog Mashable trieb die Aufrufe in stratosphärische Höhen. Das YouTube-Video schoss, in verschiedenen Versionen kopiert, schon binnen 24 Stunden auf über eine halbe Million Aufrufe.

 

Ganz zu schweigen davon landete der LEGO Stratos Jump punktgenau bei zwei eigenen Weltrekorden: Höchster freier Fall einer Legofigur sowie höchster Fallschirmsprung einer Legofigur … Lesson learned!

 

LEGO Stratos Jump - Impressionen vom 1200 Euro Marketing-Coup

Update 16.10.: Auch KitKat goes to Space

„Yes, the Space Jump Mattered.“ Die Strahlkraft von Felix Baumgartners Überschall-Sprung wurde auch von anderen cleveren Agenturen erkannt, die die Gunst des Augenblicks nutzten. Ein amüsantes Beispiel ist das Video „Kit Kat Goes To Space“, von JWT London kurz vor dem #spacejump publiziert. Unter dem Motto #BreakFromGravity wurde ein Kit Kat Riegel an einem Wetterballon montiert und stieg bis in die Stratosphäre.

 

Baumgartners Absprunghöhe von 39 Kilometern erreichte das Hi Tech-Flugobjekt aus Ballon, Schokoriegel und GoPro-Kamera nicht ganz; immerhin stiegt der Ballon bis auf 116.490 Fuß (35,5 Kilometer) Höhe, bevor er platzte  (– was auch für die spektakulärsten Szenen des Videos sorgte). Enjoy!

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Kommentare: 2
  • #1

    Silvia (Dienstag, 16 Oktober 2012 11:43)

    Ich habe mich mit der ganzen Aktion nicht groß beschäfgtigt jedoch leuchten mir die, in diesem Artikel skizzierten Schlussfolgerungen ein.

    Ich möchte jedoch den Punkt mit den Motschgern und Meckerern aufgreifen. Auch diese sorgen ja auf ihre Art für Marketing und vor allem auch für Diskussion. Ich habe dabei kurz auch an Schlingensiefs "Ausländer raus" Aktion gedacht, wo Demonstranten den Container gestürmt haben. Schlingensief hat damals die Demonstranten auch als Teil der Aktion bezeichnet.

    Kurz gesagt - jede Reaktion auf ein derartiges Projekt (Egal wie sie ausfällt) ist Teil der gesamten Inszenierung.

  • #2

    Günter Exel (Dienstag, 16 Oktober 2012 17:42)

    Das stimmt, Silvia. Insofern sind die, die sich darüber beschweren, Red Bull gleich zweimal auf den Leim gegangen …

    Aber, im Ernst: Ich empfinde sowohl den strategischen Hintergrund, die Story wie auch die Umsetzung als höchst professionell aufgezogen – und insofern auch wirklich als ein Lehrstück modernen, Channel übergreifenden Marketings.




Über Günter Exel


Günter Exel ist Marketing- und Social-Media-Berater aus Wördern. Als
erster Österreicher ist er Netzwerkpartner des deutschen Consulting-
Unternehmens Tourismuszukunft. Seit 2009 twittert er live von Events;
mit #TravelLive startete er die weltweit erste Echtzeit-Reisereportage.
Als offizieller Jimdo Expert betreut er auch Kunden im Webdesign.

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Mag. Günter Exel
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